
3/4plus-Projekt – Energiesparprojekt im Wandel der Zeit
Vorgeschichte
Das „3/4-Projekt“ und „Energiesparen in Bremer Schulen“
1994 startete in Bremer Schulen das ¾-Projekt zur Energie- und Wassereinsparung. Initiiert wurde es vom Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport. Kernelement des Projekts war ein finanzielles Anreizsystem: Die Schulen bekamen ¾ ihrer eingesparten Energie- und Wasserverbrauchskosten zurück erstattet. Ein Teil dieser Summe (50 % der Einsparungen) wurde zur Re-Investition in weitere Energiesparmaßnahmen verwendet. Ein weiterer Teil (25 % der Einsparungen) erhielten die Schulen zu ihrer freien Verfügung. Die Zahl der am ¾-Projekt teilnehmenden Schulen erhöhte sich im Laufe der Jahre kontinuierlich.
Von Seiten des „Runden Tisches für die Umsetzung einer Lokalen Agenda 21“ wurde in Bremen eine Arbeitsgruppe „Ressourcenschutz“ eingerichtet, die sich unter anderem dem Thema Energieeinsparung in Schulen widmete. Daraus entwickelte sich das Projekt „Energiesparen in Bremer Schulen“, das Anfang 1998 startete. Zentrales Beratungs- und Entscheidungsorgan war eine Arbeitsgruppe, die sich aus Vertretern der Klimaschutzagentur Bremer Energie-Konsens, des Bremer Energie Instituts, senatorischer Stellen (Senator für Frauen, Gesundheit, Jugend, Soziales und Umweltschutz; Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport), des Landesinstituts für Schule (LIS), von Instituten der Universität Bremen, der Stadtwerke Bremen AG, des Bremer Baubetriebs, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sowie von Umwelt-Beratungsinstitutionen zusammensetzte.
Ein wesentliches Ziel des Projekts war die Einbindung des Themas Energie- und Wassersparen in den Unterrichts- und Schulalltag, um Einsparpotenziale durch Verhaltensänderungen zu erschließen.
Für den Zeitraum von Januar 1998 bis Dezember 2000 stellte die Bremer Energie-Konsens GmbH finanzielle Mittel in Höhe von etwa 300.000 Euro zur Verfügung, die jeweils projektbezogen bewilligt wurden.
3/4plus-Projekt – Phase 1
Seit Januar 1999 werden die beiden Projekte „¾“ und „Energiesparen an Schulen“ gemeinsam unter dem Namen „3/4plus – Clevere Energie- und Wassernutzung in Bremer Schulen“ fortgeführt. Das finanzielle Anreizsystem wurde bei der Zusammenlegung leicht modifiziert.
Die erzielten Einsparungen der Schulen wurden wie folgt aufgeteilt:
50% |
waren für Re-Investitionen in Energiesparmaßnahmen vorgesehen, |
25% |
erhielten die Schulen zur freien Verfügung, |
5% |
war als Prämie für den Hausmeister ausgewiesen, |
5% |
wurden in einen Ausgleichsfond gezahlt für Schulen, die schon immer sparsam waren und daher nur geringe Einsparpotenziale hatten |
15% |
behielt das Bildungsressort zur allgemeinen Haushaltsentlastung. |
Die Ermittlung der erzielten Einsparungen erfolgte auf der Grundlage der so genannten Basiswerte, die anhand der Verbrauchswerte aus den Jahren 1992 bis 1994 bestimmt worden waren.
Das monatlich für jede einzelne Schule erstellte Datenblatt wurde optimiert: Neben einer umfassenden Übersicht über die Verbrauchswerte und –kosten für Strom, Wasser und Wärme waren die monatlichen Abweichungen von den Basiswerten, die kumulierten Einsparungen für Strom, Wärme und Wasser, die kumulierten Kosteneinsparungen und damit die Gesamt-Einsparung aufgezeigt. Zur Bewertung wurden spezifische Kennwerte für den Strom-, Wärme- und Wasserverbrauch eingeführt. Zusätzlich wurden die Datenblätter um die Angabe „relevanter Investitionen“ in den Bereichen Strom, Wärme und Wasser erweitert.
3/4plus-Projekt – Phase 2
Im September 2001 erhielt das Projekt 3/4plus durch den Abschluss eines Kooperationsvertrags zwischen dem Senator für Bildung und Wissenschaft und der Bremer Energie-Konsens GmbH eine neue Basis. Dieser Vertrag war zunächst auf zwei Jahre befristet. In den Jahren 2003 und 2005 wurden weitere Kooperationsverträge unter Berücksichtigung der veränderten Rahmenbedingungen für den Zeitraum von jeweils zwei Jahren abgeschlossen.
Zum 1. Januar 2002 hat die Gesellschaft für Bremer Immobilien (GBI) die Rolle des Eigentümer-Vertreters der Bremer Schulen übernommen. Es wurde ihr die treuhänderische Verwaltung der in einem Sondervermögen zusammengefassten bremischen Liegenschaften übertragen. Ein Ziel dieser Umstrukturierung war die Auflösung des Sanierungsstaus in den öffentlichen Gebäuden Bremens.
Auch der Betrieb der öffentlichen Gebäude wurde neu geregelt und obliegt seither dem „Gebäude- und TechnikManagement Bremen“ (GTM). GTM ist seit diesem Zeitpunkt auch der Arbeitgeber für die Hausmeister in den Schulen.
Damit war der Senator für Bildung und Wissenschaft nur noch Mieter der Schulen und nicht mehr für Investitionen in die von ihm genutzten Gebäude verantwortlich. Re-Investitionen eingesparter Energiekosten waren nicht mehr möglich. Alle baulichen Maßnahmen, die Schulen durchführen wollten, wie z.B. Demonstrationsanlagen, mussten auch mit dem Gebäudeeigentümer GBI und dem Gebäudebewirtschafter GTM abgestimmt werden.
GTM ist seitdem für die Erstellung und Verteilung der Verbrauchsinformation an die Schulen zuständig sowie für die Ermittlung der jährlichen Einsparergebnisse.
Das finanzielle Anreizsystem für die Schulen wurde wie folgt angepasst:
- Anpassung der Basiswerte auf die witterungsbereinigten Verbrauchswerte des Jahres 2001
- Wegfall des investiven Anteils der Prämie (vormals 50 %)
- Bereitstellung eines Festbetrags durch den Senator für Bildung und Wissenschaft für die Ausschüttung an die Schulen als frei verfügbare Prämie für die erzielten Einsparungen
- Die einzelnen Schulen erhielten als frei verfügbare Prämie den prozentualen Anteil des Festbetrags, der ihrem Anteil an der von allen Schulen erzielten Einsparung entspricht
- Die Aufteilung der Ausschüttung wird nach dem folgenden Schlüssel vorgenommen: 75 % zur freien Verfügung an die Schulen sowie 25 % (maximal 1 Monatsgehalt) an die Hausmeister
- Schulen mit Mehrverbrauch gegenüber den Basiswerten müssen keine Nachzahlungen leisten
- Bei einer Nutzungsänderung der Schulen werden die Basiswerte angepasst
Aufgrund dieser Anpassungen veränderte sich auch der Schwerpunkt des 3/4plus-Projekts. Investive Maßnahmen spielten nur noch eine untergeordnete Rolle. Es wurden vor allem Projekte im Bereich von Demonstrationsvorhaben und im pädagogischen Bereich gefördert.
3/4plus-Projekt Phase 3
Die Fortführung des 3/4plus-Projektes wird alle zwei Jahre durch die Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen der Bremer Energie-Konsens GmbH, der Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Immobilien Bremen, dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gesichert.
